Ich hatte das Glück, dass ich mich zusammen mit meinen guten Freunden Gergő Banelli und Márk Erdős für die IBCC registrieren durfte. Die damit verbundenen Kosten wurden vom Amt für Fischwirtschaft am Balaton getragen, wo man auf dieser Schiene ein paar Einblicke in die Welt solche Wettbewerbe gewinnen wollte.Brushstroke Picture Frame: https://www.tuxpi.com/photo-effects/brushstroke-photo-frame
Am Eröffnungstags herrschte bilderbuchhaftes Frühlingswetter. Die Wetteraussichten waren eigentlich gut, wäre da die nicht die Ansage von „Sturmböen“ gewesen. „Das wird harte Arbeit“ sagte ich zu meinen Kollegen. Bei der Auslosung zogen wir den Platz 15 in Revfülöp, den keiner von uns wirklich kannte. Trotzdem waren wir zuversichtlich: Es gab in der Nähe eine Steinmole, und solchen Steinmolen werden gerne von Wandermuscheln besiedelt. Wandermuscheln wiederum locken ihrerseits die Karpfen an wie ein Magnet. So harrten wir der Dinge die da kommen sollten- mit einem guten Gefühl im Bauch. Die erste IBCC hatte begonnen. Wir bezogen unseren Platz und gingen zuallererst ans Ufer. Das Boot wurde zu Wasser gelassen, und wir machten uns auf die Suche nach einem Futterplatz. Aber die Sturmwarnung machte uns einen Strich durch die Rechnung. Zuvor hatte das Warnsystem schon auf „erhöhte Achtsamkeit“ gestanden.Trotzdem konnten wir uns noch einen Platz suchen, der Grund fiel von 2 Meter auf 2.5 Meter ab, und war durchweg schlammig. Harte Stellen erstmal Fehlanzeige. Wir legten die Ruten auf 300m aus und fütterten etwa zwei Kilo Boilies pro Rute. Meine Wahl fiel dabei auf Devil Krill, die ich in ein bisschen Booster getränkt hatte. Im Plattensee haben sich bei mir bisher immer die würzigen Aromen bewährt. Die folgenden Tage waren durch und durch sehr windig, die Sturmwarnung immer auf Stufe II. Wir etablierten uns einen Futterplatz in Wurfweite. Wir wussten, dass man am Balaton nicht immer auf Weite gehen muss, um Fische zu fangen. Am Ufer sammeln sich große Mengen natürlicher Nahrung wie Zuckmückenlarven und Wandermuscheln. Aber an der uns zugelosten Stelle lief es ein bisschen anders, und so mussten wir auf die Wanderkarpfen warten.Am zweiten Morgen weckte mich ein schöner, gesunder Schuppenkarpfen auf- leider war nach diesem kurzweiligen Besuch dann doch wieder „Tote Hose“. Bis zum dritten Tag: Mark konnte einen Karpfen mit 18 kg fangen- bis zu diesem Zeitpunkt war dieser Fisch der bisher Größte des Wettkampfs.Brushstroke Picture Frame: https://www.tuxpi.com/photo-effects/brushstroke-photo-frame
In der verbliebenen Zeit war das Wetter sehr sprunghaft und die Bisse sporadisch. Wenn Fische bei uns auf dem Platz waren, haben wir gefangen. In der verbleibenden Zeit haben wir den Ausblick auf die gigantische Wasserfläche genossen. Unser größter Fisch hat Marks 18kg noch mal um 300g aufgestockt. Im Anschluss daran hat uns ein wenig die Motivation verlassen. Was wir tun konnten, hatten wir getan und gefangen. Wir mussten uns also in dieser Ansammlung von Karpfenanglern nicht schämen. In der letzten Nacht habe ich nochmal alles auf eine Karte gesetzt: 3x 24mm Devil Krill auf einem extra langen Haar mit 5cm Hakenabstand zwischen Boilie und Hakenschenkel.
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    Meiner Meinung nach ist das die einzige Möglichkeit zur Selektion am Plattensee, sofern man denn überhaupt selektieren kann: Möglichst große Köder (also auch 2x 30mm Boilies), möglichst gedeckte Farben und schon kann man die kleinen Karpfen im Balaton zumindest ein bisschen vermeiden. Am Samstag Morgen meldet sich um halb acht mein Bissanzeiger. Eine halbe Stunde vor Ende des Wettkampfs- in diesem Moment habe ich nicht geahnt, dass der Fisch des Lebens auf mich wartet. Trotzdem bin ich schnell ins Boot und dem Fisch entgegengefahren. Anfangs konnte ich lediglich einen leichten Zug an der Rute ausmachen, aber ab etwa der Mitte des Drills nimmt mir mein Gegenüber doch ordentlich Schnur von der Rolle. Er zieht mich mitsamt dem Boot ins Freiwasser, und ab diesem Moment wusste ich, dass dieser Karpfen nicht zu den Kleinen gehörte. Eine dreiviertel Stunde ging das dann so weiter. Der Fisch im Wasser und ich im Boot schwammen lange nebeneinander her, als ich realisierte, dass wir gar nicht mehr so weit vom Ufer entfernt waren. Langsam aber sicher kam der Karpfen nach oben und ich konnte ihn zum ersten mal sehen: Meine Arme und Beine fingen an zu Zittern, als ich den massigen Körper im windgetrübten Wasser des Plattensees das erste Mal ausmachen konnte. „Hoffentlich hält alles.“„Sitzt der Haken auch richtig?“ Nagende Zweifel schlichen sich in meine Gedanken, und ich wurde richtig nervös. Der Fisch zog wieder nach unten, und ich bekam ihn längere Zeit nicht zu Gesicht. Ich weiss nicht mehr, ob es Minuten oder Stunden waren, in denen ich in meinem Boot ausharrte und auf meine Chance wartete- und irgendwann war dann der Moment gekommen. Mein Moment- der Fisch legt sich auf die Seite, und geistesgegenwärtig bugsiere ich ihn ins Netz.Ich habe ihn.Ich habe ihn wirklich!!Ich kann mein Glück nicht fassen, und schreie die Anspannung der letzten eineinhalb Stunden aus mir heraus. Eineinhalb Stunden Drill- ich glaube, das war der Kampf meines Lebens. Ich glaube, im Nachbardorf kann man meinen Siegesschrei noch hören… Zusammenfassend wird sich zeigen, welchen Platz die IBCC im Reigen der internationalen Karpfenveranstaltungen einnehmen kann.Brushstroke Picture Frame: https://www.tuxpi.com/photo-effects/brushstroke-photo-frameDas Interesse am Plattensee ist groß, und die Profis kommunizieren heutzutage ja international. Meiner Meinung nach ist der Plattensee einer der besten Karpfenseen Europas- wenn nicht sogar der Beste. Wer hierher kommt zum Angeln, hat jederzeit die Chance auf einen guten Fisch, auf Eindrücke, an die er sich ein Leben lang erinnert. Ich kann jedem, der auf der Suche nach Abenteuer und purer Leidenschaft ist nur empfehlen, eine Reise an dieses riesige und geheimnisvolle Gewässer „Balaton“ zu unternehmen.
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Written by rtomid